Erdgaskraftstoff – so sicher und so sauber

Um es gleich vorweg zu nehmen: Erdgasfahrzeuge sind ebenso sicher, wie jedes andere Auto auch. Vor allem die Tanks unterliegen strengsten Sicherheitsprüfungen und gehören zu den stabilsten und somit sichersten Komponenten des Fahrzeugs. Auch der Tankvorgang von Erdgasfahrzeugen ist ungefährlich, sehr komfortabel und unterscheidet sich nur in einem Punkt von dem anderer Kraftstoffe: Man zahlt deutlich weniger.

Aufrißgrafik Volkswagen mit Gasflaschen
In neuen Serienfahrzeugen sind die Tanks unterflur angebracht. Somit steht das volle Kofferraumvolumen zur Verfügung. (Bild: Volkswagen)

Bei modernen Fahrzeugen werden die Tanks unterflur angebracht und vom TÜV auf einen Druck von 600 bar getestet. Und das, obwohl er lediglich 200 bar ausgesetzt ist. Zudem wird das ERDGAS dank eines Sicherheitsventils im Falle einer Panne kontrolliert abgelassen und verbrannt.

 

Aus diesem Grund setzt unter anderem die Frankfurter Feuerwehr auf Erdgasfahrzeuge: Mit diesen ist es möglich, sehr viel näher an den Brandherd heran zu fahren.

Die Tanks bei Erdgasfahrzeugen sind die sicherste Komponente am gesamten Fahrzeug. Das beweist der NCAP-Crashtest des Opel Zafira CNG. (Bild: NCAP)

Der ADAC hat bei einem NCAP-Crashtest einem Opel Zafira mit Erdgasantrieb gründlich in die Mangel genommen. Das Ergebnis: Egal, ob Front- oder Seitencrash, die Gastanks blieben an ihrem Platz und überstanden alles unbeschadet, weil sie durch einen robusten Metallkäfig geschützt sind. 

Der ADAC-Test hat außerdem gezeigt, dass nach dem Crash kein Gas ausgetreten ist. Dafür sorgen elektromagnetische Absperrventile. Beim anschließenden Brandversuch wurden automatisch die Schmelzsicherungen aktiviert. So konnte das ERDGAS kontrolliert entweichen und abgebrannt werden. Explosionsgefahr bestand zu keiner Zeit.

Parken in der Tiefgarage? Kein Problem!

Erdgasfahrzeuge dürfen generell in jede Tiefgarage fahren. Ausnahmen sind durch die Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Vereinzelte Bundesländer wie Berlin, Bremen und das Saarland lassen nach wie vor keine "gasbetriebenen" Fahrzeuge in Tiefgaragen zu, hierbei handelt es sich jedoch um ein Verbot für LPG-Fahrzeuge (Autogas/Flüssiggas). Erdgasfahrzeuge sind von dieser Regelung ausgenommen, da ERDGAS dank des optimierten Tanks im Notfall gefahrlos abgelassen wird. Nur in Brandenburg ist das Abstellen von Gasfahrzeugen jeglicher Art in Tiefgaragen generell untersagt.

Sollte ihnen die Einfahrt verweigert werden, pochen Sie auf Ihr Recht und leisten Sie Aufklärungsarbeit. Denn oft ist Unwissenheit der Grund für ein Verbot: Nach wie vor werden ERDGAS und Autogas häufig verwechselt, obwohl es sich um komplett unterschiedliche Kraftstoffe handelt.

Auf dem Weg in den Tank: Sicherheit garantiert

Auch der Transportweg spricht für die Sicherheit von ERDGAS als Kraftstoff. ERDGAS gelangt durch das in Deutschland 445.000 Kilometer weite unterirdische Leitungsnetz direkt zur Tankstelle. Dieser Transportweg erspart Treibhausgasemissionen und reduziert den Verkehr auf der Straße.

Um die Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen, werden vermehrt Tankschiffe eingesetzt, um verflüssigtes ERDGAS von weitentfernten Förderstätten über große Distanzen nach Europa zu bringen. Dazu wird das Gas verflüssigt und auf -162 Grad „tiefgekühlt“. Das Volumen verringert sich dadurch von 600 Kubikmeter ERDGAS auf einen Kubikmeter LNG (steht für liquefied natural gas). Rund 150.000 Kubikmeter LNG können die Schiffe fassen. Das entspricht etwa einer Milliarde kWh Energie. Im Hafen des Zielortes wird das ERDGAS dann ins Netz eingespeist. Der Vorteil des LNG-Transportes: Es können Lagerstätten erschlossen werden, die bisher ungenutzt blieben.